Urgeschichte

Broncezeit - ein neuer Werkstoff

Karte-Pfaeffikon-Broncezeit

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Ab 2200 v.Chr. wird die Bronce, eine Legierung aus Kupfer und Zinn zum dominierenden Werkstoff für Geräte, Waffen und Schmuck. Gewinnung und Verarbeitung von Metall bedingt eine Spezialisierung der Arbeitswelt und der sich ausweitende Handel - Zinn muss aus Osteuropa, England oder Spanien herangeschafft werden – bietet neue Verdienstmöglichkeiten. Die reichen Grabfunde deuten darauf hin, dass die Standesunterschiede sich verändern. Während in der der mittleren Periode die Dörfer wegen steigender Seespiegel von den Seen wegrücken, haust man in der späten Phase mit wärmeren Klima wieder am See.

 

 

Arrow-up-15x12 Fundstellen der Broncezeit.
Arrow-up-border Einzelfundstellen

Die Höhensiedlung auf dem Russiker Furtbüel

Der Landwirt und Archäologe Jakob Messikommer (1828 - 1917) entdeckte im Februar 1858 bei der Begradigung der Aa eine bedeutende Pfahlbausiedlung im Moor von Robenhausen, die von 3800 bis 1000 vor Christus bewohnt war. Ist man zur Zeit von Messikommer von im Wasser stehenden Pfählen ausgegangen, so glaubt man heute, dass die Pfähle in das Moor getrieben wurden. Gründe: Der Seespiegel lag während der Siedlungsphase unter dem Gebäudeniveau. Auch wurde kein Rost gefunden. Deshalb spricht man heutige nicht mehr von einer Pfahlbaute überdem Wasser, sondern von einer Feuchtbodensiedlung, die im Uferbereich des Pfäffikersees lag.
Ähnliche Siedlung wurden am See bei Irgenhausen und der Tumbelen gefunden. Besonders erwähnenswert sind die von Messikommer gefunden Textilien.

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Die ausgegrabene „Pfahlbaute“ Robenhausen - Foto: Fritz Wiesendanger Wetzikon ZH (1890-1915).

Siedlungsgrundrisse web

1997 führte die Kantonsarchäologie eine Grabung im Bereich Pfäffikon-Burg durch. Nach 13-jähriger Auswertung legt sie im Werk „Die horgenzeitliche Siedlung Pfäffikon-Burg" die Ergebnisse ihrer Forschung vor: 3 Siedlungsphasen sind an dieser Stelle ausgemacht worden:

Grau: Grabungsbereich mit Pfahlflur, Abgrenzung durch Spundwände.

Blau: Hausstandorte der Siedlungsperiode A2.

Rot: Hausstandorte der Siedlungsperiode B4.

Grün: Hausstandorte der Siedlungsperiode C1.

Grafikgrundlage: „Die horgenzeitliche Siedlung Pfäffikon-Burg - 2010“

Technische Entwicklungen

Gleichzeitig wurde die Bearbeitung von Steinen in hohem Masse weiterentwickelt; die Steinzeitbauern verstanden es, diese zu sägen, zu bohren und zu schleifen. Mit den Steinbeilen war es jetzt möglich, Wald zu roden und Stämme für den Hausbau zuzurichten. Für die Bestellung der Äcker und für die spätere Ernte wurden eine ganze Reihe von Geräten entwickelt (Geweihhacken, Pflüge, Sicheln, Steinmühlen).
Die Herstellung von Beilklingen aus Stein war eine der Spezialitäten der Bewohner von Pfäffikon-Burg. Die Geräte wurden durch Herausbrechen, Sägen, Zuschlagen, Schleifen und Polieren gewonnen.

Die abgebildeten Objekte befinden sich im Museum am Pfäffikersee.

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Steinbeilklingen - Fassung aus Hirschgeweih mit Steinklinge

Schleifstein-freigestelltBeilschaeftung

Schleifstein aus Sandstein - Beilschäftung mit Holm, Fassung und Steinklinge

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Handspindel und Spinnwirtel (Museum am Pfäffikersee)

Eine der wichtigsten neuen Techniken war die Herstellung von Keramik; aus gebranntem Ton entstanden Gefässe zur Verwendung beim Kochen oder zur Aufbewahrung von Vorräten. Keramikscherben bilden denn auch eine der wichtigsten archäologischen Quellen für die Datierung der Siedlungsstellen. Der Anbau von Hanf und Flachs erlaubte die Herstellung von Garn und das Weben von textilen Kleidern, welche die traditionellen Tierfelle ergänzten und zunehmend ersetzten.

mehr zur Textilverarbeitung

Keramik
Jungsteinzeitliche Keramik aus der Ufersiedlung Pfäffikon-Burg

Keramik---Verzierung-2





Randscherbe der Pfyner-Kultur - Robenhausen

Vegetation - Ackerbau

Die Ausgrabung Pfäffikon-Burg 1998 brachte vielfältiges Pflanzenmaterial zutage: Knospen, Nadeln, Früchte, Blattmaterial, Samen, Pollen und hölzerne Objekte.
Bei den Waldpflanzen ist die Weisstanne neben Ulme, Hasel, Rotbuche, Weide und Eiche vorherrschend.
Beim Sammelgut fällt neben Haselnuss, Holunder, Wildapfel, Schlehe und Eichel eine hohe Funddichte bei Himbeere, Erdbeere und Bucheckern auf.
Um die Siedlung Pfäffikon-Burg muss es Äcker mit Lein und Mohn gegeben haben. Der Leinanbau war für die Siedler wichtig: Aus den Samen konnte wertvolles Öl gewonnen werden und die Fasern wurden zusammen mit dem Bast der Linde zu Schnüren, Seilen, Garnen und Stoffen verarbeitet. Die gefundenen verkohlten Getreidekörner weisen auf Gerste, Emmer und Nacktweizen hin. Die Erbse liefert pflanzliches Eiweiss.

 Getreidekoerner


Verkohlte Getreidekörner von Gerste, Emmer und Nacktweizen (von l. nach r.).

HackeHacke - Pfäffikon-Burg

  mehr zu den Pflanzenfunden
Dreieck-weiss-15x12 Messikommers in Robenhausen

Nutztierhaltung

Die Steinzeitbauern hielten als Nutztiere Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe, daneben wurde der Hund als Begleiter und Helfer zum Haustier. Die Nutztiere waren wesentlich kleiner als heute und gaben nur wenig Fleisch und Milch. Deshalb hatten das Sammeln von Wildfrüchten, die Jagd (Hirsche) und der Fischfang (Aeschen, Rotauge, Felchen) weiterhin grosse Bedeutung für die Ernährung der Menschen.

Funde

<p >Das Museum am Pfäffikersee besitzt einen reichen Schatz von Funden aus der Jungsteinzeit. Darunter ist eine grosse Sammlung von Steingeräten zu nennen, welche von den verschiedenen Fundstellen rund um den Pfäffikersee stammen. Aus der letzten grossen Grabung von 1997 an der Siedlungsstelle „Pfäffikon-Burg“ überraschen die zahlreichen hölzernen Gegenstände wie Schalen, Hacken, Pfeilbogen, welche sich dank ausgezeichneter Erhaltungsbedingungen in gutem Zustand präsentieren.

Steinmesser-modSteinmesser mit Griffloch - Pfäffikon-Burg
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Pfeilspitzen
Silex-Pfeilspitzen - Pfäffikon-Burg
Holzkrug
Hölzerner Schöpfer - Pfäffikon-Burg