Urgeschichte

Pflanzen und Sämereien

Wetzikon-Robenhausen 1858

Jakob Messikommers grosses naturwissenschaftliches Inter­esse liess ihn auch die Sämereien dieser neolithischen Siedlung untersuchen und so verdanken wir ihm die ersten Kenntnisse der vor 5000 Jahren bei uns kultivierten Getreidearten. Im Torf befanden sich auch gut erhaltene Früchte der damals bei uns noch vorkommenden Wassernuss, wilde Äpfel und Birnen sowie in grosser Zahl Haselnüsse. Feinste Spuren von Abnützung an einzelnen Klingen aus Silex bewiesen ihm, dass sie als Sicheln zum Schneiden von Getreide gedient haben mussten. Aus all diesen Funden und Beobachtungen versuchte er sich ein Bild über das Leben der Pfahlbauer zu machen ¹.

 

Abb-38-Sammeln    Abb-39-Proben

Jakob Messikommer fischt Sämereien aus einem mit Grundwasser gefüllten Schacht in Robenhausen Ein langer Winterabend: Messikommer füllt seine Proben in Fläschchen ab.

 

In seinem Buch „Die Pflanzen der Pfahlbauten“ bezieht sich der Paläontologe und Botaniker Oswald Heer auf die Arbeit von Messikommer: Ein grosser Teil der damals bekannten 115 Pflanzenarten stammten aus dem Robenhauserried. Funde Messikommers sind im Museum am Pfäffikersee zu sehen, original verpackt und beschriftet.

 

1. Reihe: Halbierte Wildäpfel - Saatweizen, Spelzgerste und Emmer.

2. Reihe: Flachsstengel - Flachsstengel und Leinkapseln.

3. Reihe: Sechszeilige Gerste - Heckenrose - Fischschuppen - weisser Gänsefuss.

4. Reihe: Schlafmohn - Himbeersamen - zweizeilige Gerste.

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Pflanzen-600
Qelle: ¹ Eine Ahnung von den Ahnen - 1993 Antiquarische Gesellschaft Pfäffikon